„Ich weiß, ihr habt es drauf.“ – So wird aus einem Team ein Gewinner-Team!

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Wird das Vertrauen des Mannschaftskapitäns in sein Team von diesem als hoch wahrgenommen, kann sich das positiv auf die Mannschaftsleistung auswirken. Das berichtet der Lehrstuhl für Sozialpsychologie der Universität Mannheim vor dem Hintergrund entsprechender Studien. Wir zitieren den Originaltext:

Als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die WM 2014 gewann, wurde sie von Jogi Löw enthusiastisch gelobt und gefeiert. Als sie hingegen bei der EM 2012 ausschied, reagierte der Trainer eher enttäuscht und verärgert, und die Ursachen wurden sehr genau analysiert. Aber welche Konsequenzen haben diese unterschiedlichen Reaktionen des Trainers auf die Leistung der Mannschaft?

Um dieser Frage nachzugehen, untersuchten Katrien Fransen und ihre Kollegen, ob die sportliche Leistung einer Mannschaft eine Frage des Vertrauens ist. Sie interessierten sich dafür, wie ein Kapitän sein Vertrauen in die Mannschaft auf die SpielerInnen übertragen kann und ob dies direkte Auswirkungen auf die Mannschaftsleistung hat.

In einer Studie wurden junge Basketballspieler in Vierer-Teams eingeteilt, die einander nicht kannten. Die Teams glaubten, dass sie an einem nationalen Freiwurf-Wettbewerb teilnehmen würden, wobei die Summe der Punkte des Teams entscheidend sei. Jedem Team wurde ein Kapitän zugeteilt, der von den Forschenden genau instruiert war, entweder hohes oder niedriges Vertrauen in die Fähigkeiten seiner Mannschaft zu zeigen.

Entsprechend äußerte der Kapitän bei der Hälfte der Teams hohes Vertrauen in die Mannschaft, in dem er die Spieler ermutigte und sein Vertrauen kommunizierte, die Gegner zu besiegen. Bei der anderen Hälfte brachte er hingegen sein geringes Vertrauen zum Ausdruck. Alle Teams durchliefen eine Aufwärm- und eine Testphase, und die Sportler wurden jeweils danach gebeten, das Vertrauen ihres Kapitäns in die Mannschaft, das eigene Vertrauen in die Fähigkeiten der Mannschaft, ihre Identifikation mit der Mannschaft und ihre Erfolgserwartungen, den Wettbewerb zu gewinnen, einzuschätzen. Außerdem wurde die Leistung jedes Teams in beiden Spielphasen erfasst.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Spieler mehr Vertrauen in die Fähigkeiten des Teams hatten, vom Erfolg im Wettbewerb überzeugter waren und sich mehr mit der Mannschaft identifizierten, wenn das Vertrauen des Kapitäns in die Mannschaft als hoch wahrgenommen wurde, als wenn es niedrig eingeschätzt wurde.

Außerdem hing auch die tatsächliche Leistung der Spieler davon ab, wie sie das Vertrauen des Kapitäns in die Mannschaft wahrnahmen. Wurde das Vertrauen von den Teammitgliedern hoch eingeschätzt, verbesserte sich die Mannschaftsleistung von der Aufwärm- zur Testphase, wurde das Vertrauen hingegen niedrig eingeschätzt, verschlechterte sie sich.

Die Ergebnisse beleuchten einen möglichen ablaufenden Prozess, wenn Teamleiter ihr Vertrauen in das Team ausdrücken und dadurch ihre Teammitglieder inspirieren. Das wahrgenommene Vertrauen stärkt die Identifikation mit dem Team sowie das Vertrauen des Teams in die eigenen Fähigkeiten und steigert dadurch die Erfolgserwartungen, was schließlich tatsächlich zu einer besseren Leistung führt. Umgekehrt kann sich der Vertrauensverlust des Teamleiters negativ auf die Prozesse im Team und dessen Leistungen auswirken.

Für den Erfolg eines Teams scheint es also wichtig zu sein, dass die Leitung ihr Vertrauen in dieses ausdrückt und somit aus einem Team von Gewinnern ein Gewinner-Team macht.

 

Fransen, K., Haslam, S. A., Steffens, N. K., Vanbeselaere, N., De Cuyper, B., & Boen, F. (2015). Believing in “us”: Exploring leaders’ capacity to enhance team confidence and performance by building a sense of shared social identity. Journal of Experimental Psychology: Applied, 21(1), 89-100. doi: 10.1037/xap0000033

 

Kategorien: News, Personalführung

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