Hilfe, mein Chef ist eine Flasche!

Jetzt haben wir den Salat: In einer Umfrage erklärten 34 Prozent der mehr als 2.100 Teilnehmer, ihr Chef sei eine „totale Fehlbesetzung“. Fast zwei Drittel der Befragten wirft den Chefs vor, überhaupt nicht mit Menschen umgehen zu können. Rund 44 Prozent haben bei ihren Vorgesetzten fachliche Mängel festgestellt. Lediglich ein Viertel der Führungskräfte erhielt die Gesamtnote „gut“.

Was bedeutet dies für die Motivationslage der Mitarbeiter? In einer Diskussionsrunde zum Thema stellte ein Unternehmensberater die These auf, dass sich die Mitarbeiter in den Unternehmen ganz wesentlich an ihrem Chef orientieren. Wie die Kinder in der Schule, so führte er aus, würden sie sich anstrengen, um ein Lob von ihm zu bekommen. Also bei den Mitarbeitern keine Kundenorientierung, sondern vielmehr Cheforientierung.

Die meisten Schüler, sagte der Unternehmensberater in der Diskussionsrunde, strengen sich ganz besonders für einen Lehrer an, den sie gut leiden können. In Unternehmen sei die Beziehung zwischen Chefs und Mitarbeitern ähnlich. Es stellt sich nun folgende Frage: Wie wichtig ist mir das Lob und die Anerkennung eines Vorgesetzten, den ich für eine Flasche halte? Wie viel wert ist mir ein Lob von jemandem, dem ich nicht zutraue, meine Leistung wirklich beurteilen zu können?

Oder ist vielleicht die Flasche, die lobt, immer noch besser als der zwar fachlich kompetente Chef, der sich aber lieber den großen Zehennagel rausreißen lassen würde, als einen Mitarbeiter zu loben? Die Frage geht an Sie!

(Autor: Damian Sicking)

Kategorien: Allgemein, Kolumne

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