Studie: Loriot hatte unrecht – Männer und Frauen passen doch zusammen

„Frauen im Top-Management ziehen männliche Bewerber an.” Das behauptet die HHL Leipzig Graduate School of Management in einer aktuellen Meldung und beruft sich dabei auf eine Studie, welche die Hochschule gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Universum durchgeführt hat.

Die HLL wollte wissen, ob und inwiefern die Vielfalt (Diversität) in Vorstandsgremien die Arbeitgeberattraktivität von Unternehmen beeinflusst. Um dies herauszufinden, hatten die Forscher die 45 beliebtesten Arbeitgeber auf Grundlage der von Universum herausgegebenen Arbeitgeber-Rankings von 2008 bis 2013 untersucht.

Bewerber schätzen Firmen mit Frauen im Top-Management

Bewerber schätzen Firmen mit Frauen im Top-Management

Nach Angaben von Jun.-Prof. Dr. Tobias Dauth, an dessen Lehrstuhl für Internationales Management die Studie verfasst wurde, ist Diversität in Top-Management-Teams zwar ein aktuelles Thema in der Forschung und in der Wirtschaftspresse. Allerdings sei noch nicht klar, was Diversität eigentlich bewirkt und ob sich Diversität tatsächlich positiv auf den Unternehmenserfolg auswirkt. EINE positive Wirkung habe die neue Untersuchung der HLL nun schon einmal deutlich gemacht: Vielfalt im Top-Management erhöhe die Attraktivität des Unternehmen für potenzielle Bewerber.

Allerdings gäbe es zwischen den einzelnen Diversitätsdimensionen wie Geschlecht, Nationalität und Alter deutliche Unterschiede. Die stärksten Diversitätsdimensionen sind laut HHL-Professor Dauth Geschlecht und Nationalität. Die Arbeitgeber-Ranking-Ergebnisse von Unternehmen mit divers zusammengesetzten Top-Management-Teams in diesen Kategorien seien besser als solche von Unternehmen mit nicht-diversen Top-Management-Teams, so Dauth. Im Hinblick auf das Merkmal Alter lasse sich jedoch keinen Einfluss auf die Arbeitgeberattraktivität feststellen.

Die Untersuchung zeige zudem, dass Unternehmen, welche die Geschlechterdiversität innerhalb ihres Top-Managements vorantreiben, damit sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Bewerbern an Attraktivität gewönnen. „Wenn sich Unternehmen dazu entschließen, den Frauenanteil in Top-Management-Teams zu erhöhen, werden sie auch für männliche Bewerber beziehungsweise Studenten attraktiver“, schlussfolgert Dauth.

Mit der Erhöhung des Frauenanteils im Top-Management allein sei es aber nicht getan, meint Stefan Lake, Country Manager Germany bei Universum. Unternehmen müssten auch anderen Diversitätsaspekten Beachtung schenken. Nur solche Firmen, die glaubhaft machen könnten, dass verschiedene Persönlichkeiten bei ihnen Platz finden, erfüllten die Erwartungen der Studierenden bezüglich Diversität. Wollten Unternehmen von der Vielfalt ihrer Mitarbeiter profitieren, müsse Diversität als Unternehmenswert implementiert und von allen gelebt werden.

Kategorien: Allgemein, News

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