Stellenausschreibung: Unternehmen darf mehrjährige Berufserfahrung voraussetzen

Eine Stellenbeschreibung, die von Bewerbern mehrjährige Berufspraxis fordert, verstößt nicht gegen das Benachteiligungsverbot. Das hat das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein entschieden (Az. 1 Sa 215/14).

Paragraf Papier Long Shadow BuntWie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, bewarb sich eine Frau bei einem IT-Unternehmen um einen Arbeitsplatz als Java-Entwicklerin. Die Stellenbeschreibung forderte unter anderem eine „mehrjährige Berufspraxis in der Programmierung von Online-Shops“. Sie erhielt eine Absage und wollte dann einen Entschädigungsanspruch geltend machen, da sie der Meinung war, dass sie nur wegen ihres Alters, ihres weiblichen Geschlechts und ihrer Herkunft abgelehnt wurde. Ein besser qualifizierter Bewerber könne gar nicht eingestellt werden, da sie die nötige Erfahrung für die neue Arbeitsstelle mitbringe. Der Fall wurde vor Gericht verhandelt.

Das Landesarbeitsgericht entschied gegen die Bewerberin, da hier keine Benachteiligung vorliege. Es wurde festgestellt, dass es der Frau an den erforderlichen Qualifikationen mangelt. „Langjährige Berufserfahrung ist oftmals Voraussetzung, um eine Arbeit richtig ausführen zu können und darf deswegen auch von Bewerbern verlangt werden“, erklärt Rechtsanwältin Daniela Sämann. Das Gericht betonte, dass die Aussortierung der Bewerberin somit nichts mit ihrem Alter, Geschlecht oder Herkunftsland zu tun hatte. Sie habe lediglich die erlaubten und berechtigten Anforderungen des Unternehmens nicht erfüllen können.

 

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