Manager: Heile Welt mit Schönheitsfehlern

Deutschlands Manager zeigen sich mit ihrem Arbeitgeber zufrieden und fühlen sich ihm auch stark verbunden. So können sich laut der aktuellen Studie „Deutschland, Deine Manager“ der Baumann Unternehmensberatung 88 Prozent der Führungskräfte sehr stark oder stark mit ihrem Unternehmen identifizieren. 77 Prozent würden ihre Firma zumindest gelegentlich als attraktiven Arbeitgeber empfehlen. Auch was den künftigen Erfolg ihres Unternehmens angeht, geben sich die Führungskräfte optimistisch: 92 Prozent der Befragten halten es für sicher oder wahrscheinlich, dass ihre Firma auch in zehn Jahren am Markt erfolgreich sein wird. Die männlichen Befragten sind sich mit 53 Prozent noch sicherer als die weiblichen mit 41 Prozent.

Businessman standing with arms crossed, people in background

Vielen Manager und Managerinnen identifizieren sich mit ihrem Unternehmen, ohne aber alles gut zu finden.

Und dennoch gibt es in dieser heilen Arbeitswelt gravierende Schönheitsfehler, die keinesfalls unterschätzt werden sollten. So sieht nur jede dritte Manager längerfristige Gestaltungschancen in seiner Position. „Das Kurzfristdenken herrscht nach wie vor in den Unternehmen“, weiß Dr. Michael Faller, Geschäftsführer bei der Baumann Unternehmensberatung Executive Search. Zwar würden die heutigen schnelllebigen Zeiten keine festen Zielvorgaben für die nächsten zehn Jahre zulassen. Firmen sollten jedoch ganz bewusst geeignete Strukturen schaffen, um künftige Herausforderungen zu meistern und den Erfolg sicherzustellen.

Zeit, um neue Ideen oder Produkte zu entwickeln, bekommen laut der Studie lediglich 21 Prozent der befragten Führungskräfte regelmäßig, 60 Prozent sagen „gelegentlich“. „Auch damit laufen die Unternehmen Gefahr, wichtige Innovationen zu verpassen“, mahnt Faller. Die Firmen sollten sich sehr ernsthaft überlegen, an welchen Stellen und in welcher Form sie ihren Mitarbeitern Freiheiten für Neuentwicklungen geben. Als weiteres Sorgenkind erweisen sich die Prozesse und Strukturen in den Betrieben, die von den befragten Managern zwar als effektiv (45 Prozent), aber wenig transparent (28 Prozent) beschrieben werden. Für modern aufgestellte Firmen, die auf Partizipation und Initiative ihrer Mitarbeiter setzen, ist auch dieser Wert eindeutig zu niedrig. Faller: „Dass sich die Führungskräfte mit ihren Unternehmen identifizieren, ist ein tolles Ergebnis. Der kritische Blick jedoch sollte dabei nicht verloren gehen.“

An der Studie „Deutschland, Deine Manager“ haben 300 Führungskräfte quer durch alle Branchen teilgenommen. Befragt wurden Männer und Frauen zu gleichen Teilen.

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