Macht Humor attraktiv?

Ein humorvoller Umgang miteinander kann bei neuen Bekanntschaften das Interesse füreinander erhöhen.

Eine weitere interessante Forschungsarbeit stellt uns der Lehrstuhl für Sozialpsychologie der Universität Mannheim vor. Wir zitieren den Originaltext:

Julia hat heute Abend definitiv Glück! Sie hat gleich zwei nette Männer kennengelernt: Jan und Lukas. Und obwohl sie sich zunächst zum charmanten Jan hingezogen fühlt, bemerkt sie beim Abschied ihr großes Interesse für den humorvollen Lukas, der sie im Laufe des Abends immer wieder zum Lachen gebracht hat. Aus dem Bauch heraus macht sie mit Lukas ein Date aus. Doch woher kam der Sinneswandel?

Gemeinsam lachen Spaß haben macht sympathisch und stärlt die Bindung - auch im Job.

Gemeinsam lachen und Spaß haben macht sympathisch und stärkt die Bindung – auch im Job.

Für das Forschungsteam um Stanislav Treger dürfte die Wirkung des Humors auf Julia wenig überraschend sein. Bisherige Studien haben gezeigt, dass man anderen Personen Interesse signalisieren kann, indem man versucht, sie zum Lachen zu bringen. Zudem finden wir Personen, die uns zu mögen scheinen, oftmals auch sympathisch. Die Forschenden vermuteten daher, dass eine humorvolle Art beim Kennenlernen nicht nur Freude bereitet, sondern auch gegenseitige Sympathie vermittelt. Bei potenziellen Dates sollte dies letztlich sogar das „romantische Interesse“ an der jeweils anderen Person steigern. Unter romantischem Interesse fasst das Forschungsteam zusammen, wie attraktiv man die andere Person findet und wie sehr man sich von ihr angezogen fühlt und sich ein Date mit ihr wünscht.

Um ihre Annahme zu überprüfen, führten die Forschenden eine Studie mit überwiegend Singles durch, die in Paare zu je einer Frau und einem Mann aufgeteilt wurden. Alle Paare bekamen vier Aufgaben gestellt, wobei diese für die Hälfte der Paare so gestaltet waren, dass lustige Situationen entstehen sollten. Zum Beispiel sollten sich alle Paare aus einigen Metern Entfernung einen Ball zuwerfen. Bei der humorvollen Version dieser Aufgabe musste eine Person aber eine Augenbinde tragen, während die andere einen Löffel im Mund hielt und sich somit nur schwer verständigen konnte.

In einem abschließenden Fragebogen zeigte sich wie erwartet, dass PartnerInnen mit humorvollen Aufgaben mehr gegenseitige Sympathie und mehr Freude miteinander empfanden als PartnerInnen, deren Aufgaben keine lustigen Situationen hervorriefen. Dies spiegelte sich auch in einem größeren romantischen Interesse am Gegenüber nach der Bearbeitung der humorvollen Aufgaben wider.

Humor scheint demnach tatsächlich als Ausdruck von gegenseitiger Sympathie wahrgenommen zu werden und gemeinsame Freude zu bereiten, was sogar das romantische Interesse füreinander erhöhen kann. In der berichteten Studie wurde die Art des Humors allerdings vorgegeben, und es ist eher unwahrscheinlich, dass jeglicher Humor beim Gegenüber auf Sympathie trifft. Julias Humor scheint jedoch ganz dem von Lukas zu entsprechen, was ihm wahrscheinlich auch zum „Sieg“ über den charmanten Jan verholfen und somit das Date mit Julia ermöglicht hat.

Treger, S., Sprecher, S. & Erber. R. (2013). Laughing and liking: Exploring interpersonal effects of humor use in initial social interactions. European Journal of Social Psychology, 43, 532-543. doi: 10.1002/ejsp.1962

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