Kosten für Luxusschlitten sind keine Betriebsausgaben

Wer die Kosten für sein Fahrzeug steuerlich absetzen will, muss nachweisen, dass es hauptsächlich betrieblich genutzt wird. Erhöhte Ausgaben für einen Luxusschlitten, mit dem Kunden und Wettbewerber beeindruckt werden sollen, muss das Finanzamt aber nicht durchwinken.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in einem aktuell veröffentlichten Urteil (Az.: VIII R 20/12) bestätigt, dass das Finanzamt hohe Ausgaben für ein Luxusauto nicht mittragen muss – auch wenn das Fahrzeug angeblich nur für berufliche Zwecke genutzt wird. Steuerlich zulässig sind demnach nur „angemessene“ Kosten.

Paragraf Papier Long Shadow BuntIm Streitfall hatte ein Tierarzt die Aufwendungen für seinen Ferrari, unter anderem die hohen Leasing-Kosten, als Betriebsausgabe geltend gemacht. Das Fahrzeug wurde nach seinen Angaben hauptsächlich betrieblich genutzt. Allerdings hatte er laut Fahrtenbuch in drei Jahren nur 20 entsprechende Fahrten, vor allem zu Fortbildungsveranstaltungen, Gerichtsterminen oder Treffen mit Kollegen, unternommen. Fahrten zu tierischen Patienten absolvierte er in der Regel nicht mit dem Ferrari. Private Fahrten unternahm er damit auch nicht: das Auto stand die meiste Zeit also in der Garage.

Das Finanzamt betrachtete den Kostenaufwand für das Luxusfahrzeug als unverhältnismäßig und ließ die steuerliche Anerkennung nicht zu. Lediglich die Pauschale von einem Euro je gefahrenen Kilometer sollte der Tierarzt absetzen dürfen, so der Beschluss der zuständigen Finanzbeamten. Die dagegen gerichtete Klage vor dem Finanzgericht (FG) hatte nur mäßigen Erfolg: Das Gericht erhöhte die Kilometerpauschale auf zwei Euro.

Diese Entscheidung hat der Bundesfinanzgericht nun in der Revision bestätigt. Die Absetzbarkeit der Kosten hängt demnach nicht nur davon ab, ob ein Auto nur betrieblich genutzt wird, sondern auch davon, ob die Aufwendungen im Verhältnis auch angemessen sind. Als solche gelten sie laut Gericht, wenn ein „ein ordentlicher und gewissenhafter Unternehmer“ bereit wäre, sie angesichts der erwarteten Vorteile, auch so auf sich zu nehmen. Genau das wagten die Richter hier aber zu bezweifeln.

Auch sah der VIII. Senat das Verhältnis von betrieblichen Nutzungsumfang und Kosten als unangemessen an. Wie die Richter weiter ausführten, seien Fahrten zu Seminaren oder Gerichtsterminen auch nicht unbedingt als betriebliche Einsätze eines Tierarztes zu bewerten. Ausschlaggebend sei hier vielmehr der hohe Repräsentations- und privaten Affektionswert des Luxuswagens.

Deshalb habe das Finanzamt richtig entschieden, nur die Kilometerpauschale als steuerlich relevant zu akzeptieren. Es sei außerdem legitim, dass für die Berechnung des angemessen Kostenanteils durchschnittliche Werte für Modelle der Oberklassen herangezogen wurden.

 

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