Frauen und Männer, Klamotten und Karriere

Die Kolumne von Damian Sicking

Ich liebe diese Meldungen. Da las ich neulich in einem Magazin, dass die Frau (also die Frau an sich) sage und schreibe 287 Tage ihres Lebens mit Grübeln über ihre Garderobe verplempert. Moment, habe ich „verplempert“ geschrieben? Total falsch!

In Wahrheit verfolgen Frauen mit der Wahl ihrer Garderobe und insgesamt mit ihrem Aussehen einen ganz perfiden Plan. Da bin ich absolut sicher. Es ist ja durch die Wissenschaft schon seit geraumer Zeit erwiesen und bestätigt, dass Männer in der Umgebung oder beim Anblick einer schönen Frau augenblicklich dumm werden. Also vielleicht nicht völlig blöd, aber der Intelligenzquotient sinkt rapide. Klingt komisch, ist aber so. Der eine Teil von uns Männern ist in einer solchen Situation verschüchtert, um nicht zu sagen verängstigt, während der andere damit beschäftigt ist, sich aufzuplustern und Eindruck zu schinden.

Bewerber schätzen Firmen mit Frauen im Top-Management

Frauen denken 287 Tage ihres Lebens über ihre Garderobe nach, behauptet eine Studie.

Na ja, und diese unsere kleine (intellektuelle) Schwäche nutzt das schöne Geschlecht dann schamlos aus, um uns Männer zum Beispiel in Meetings mit vermeintlich klugen Beiträgen alt aussehen zu lassen und karrieretechnisch an uns vorbeizuziehen. Unsere Vorgesetzten fallen auf diesen durchsichtigen Trick natürlich herein, sind ja auch nur Männer, meistens jedenfalls. Na ja, auf jeden Fall kann man wirklich nicht sagen, dass Frauen mit der sorgfältigen Auswahl ihres Outfits ihre Zeit „verplempern“. „Investieren“ wäre der passendere Ausdruck.

Bei uns Männern ist das ganz anders. Wir haben für solche vermeintlich läppischen Sachen schlicht und ergreifend keine Zeit. Schließlich müssen wir im Büro schon immer Tausende von superwichtigen Entscheidungen treffen. Wir ziehen morgens an, was unsere Frauen uns rauslegen, oder? Aber vielleicht ist das heute auch nicht mehr so, außerdem gibt es ja immer mehr Single-Haushalte. Ach ja, die Dinge verändern sich heute so schnell.

Inzwischen legt auch der Mann immer mehr Wert auf sein Äußeres, gerade wenn er beruflich noch was vorhat (Karriere machen, Top-Manager werden etc.). Schauen Sie Ihrem Nachbarn im Meeting doch mal ganz genau an den Augen vorbei. Na, waren da vor seinem angeblichen Urlaub nicht noch ein paar Fältchen oder Krähenfüße, wo jetzt die Haut so glatt ist wie ein Babypopo? Oder das bis neulich immer so hängende Schlupflid, plötzlich schlupft es gar nicht mehr. Sehen Sie beim nächsten Mal genau hin, möglichst unauffällig natürlich.

Ach ja, es ist doch wirklich so: Wir machen uns inzwischen alle verrückt, weil wir dauernd irgendwo lesen, dass schöne Menschen mehr verdienen als die, na ja, Normalos halt. Ganz interessant fand ich in diesem Zusammenhang folgende Nachricht: Fast die Hälfte der Jobsuchenden verändern ihr Aussehen, um für potenzielle Arbeitgeber attraktiver zu sein. Das hat die Personalberatung CareerBuilder in einer Umfrage unter 1.100 Arbteitnehmern herausgefunden. Im Einzelnen haben die Befragten Folgendes getan:

  • 18 Prozent haben sich schicker angezogen bzw. anders angezogen, um jünger oder älter zu wirken
  • 10 Prozent haben abgenommen
  • 6 Prozent haben ihre Haarfarbe oder ihre Frisur verändert
  • 6 Prozent haben versucht, ihr Aussehen durch mehr Make-up oder eine Zahnaufhellung zu verbessern.

Auch drastischere Maßnahmen wie kosmetische Faltenunterspritzung, Schönheitsoperationen und die Entfernung von Tätowierungen wurden angeführt. Ja, wie heißt es doch: Wer schön sein will, muss leiden. Und wer Karriere machen will, auch.

 

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