Es gibt kein schlechtes (Wirtschafts-) Wetter? So´n Quatsch!

Die Kolumne von Damian Sicking

Dass das Wetter starke Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Umsätze der Unternehmen hat, steht ja inzwischen fest. Neulich habe ich gelesen, dass weltweit vier Fünftel aller wirtschaftlichen Aktivitäten direkt oder indirekt vom Wetter beeinflusst sein sollen. Ich wetter, Quatsch: ich wette, dass hätten Sie nicht gedacht.

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Vier Fünftel aller wirtschaftlichen Aktivitäten sind weltweit direkt oder indirekt vom Wetter beeinflusst.

Jedenfalls sind die Auswirkungen des Wetters auf die Wirtschaftsleistung enorm. Nicht umsonst spricht man ja auch vom „Konsum-Klima“ oder von der „konjunkturellen Großwetterlage“.  Vergangenes Jahr war ich im Sommerurlaub in Ägypten – vor Hitze kaum auszuhalten. Schon die ganz banale Aufrechterhaltung der elementaren Körperfunktionen war Schwerstarbeit. Kein Wunder, dass das mit der Wirtschaftsleistung dort und in anderen heißen Ländern nicht so klappt wie in Wettermischgebieten.

Und dann erst das Biowetter! Biowetter klingt ja zunächst einmal gut, so wie Bio-Fleisch, Bio-Eier oder Bio-Sprit. Der Unterschied ist aber, dass das Biowetter meistens schlecht ist. Gemeint ist mit dem Wort „Bio-Wetter“ nichts anderes als Wetterfühligkeit und wetterbedingte Befindlichkeitsschwankungen. Untersuchungen haben ergeben, dass mindestens jeder dritte Deutsche auf Wetterreize reagiert, Frauen tendenziell mehr als Männer.

Vielleicht kennen Sie das auch: Es gibt Tage, da stehen wir morgens auf und fühlen uns schon schlapp, antriebslos und übersichtlich gut gelaunt. Selbst wenn die Sonne scheint. Auch der Kreislauf läuft nicht rund. Und wir haben keine wirkliche Erklärung dafür. Ich bin dann immer fest davon überzeugt, dass es am Wetter liegt.

Nehmen Sie doch nur den Biowetterbericht von neulich: „Die wechselhafte Witterung macht Menschen mit einem empfindlichen Kreislauf schwer zu schaffen. Blutdruckschwankungen können mit Kreislaufstörungen einhergehen und von Kopfschmerzen und Migräne begleitet werden. Husten und Schnupfen breiten sich aus. Auch Rheumatiker sind durch das Wetter benachteiligt.“ Klingt doch mehr nach Krankenhaus als nach Handelshaus. Kein Wunder, dass bei solch einem Biowetter nicht nur die Menschen, sondern auch die Einzelhandelsumsätze leiden.

Wer so unterm Biowetter leidet wie oben beschrieben, der geht nicht hin und kauft einen Computer oder neue Schuhe. Der schlappt einfach zu Hause rum und tut sich leid. Da können die Händler gar nichts machen, und wenn sie noch so viele Prospekte verschicken. Spannend für Psychologen ist natürlich der Fall, wenn ein vom miesen Biowetter gepeinigter und daher schlecht gelaunter Verbraucher doch mal in einen Laden kommt (weil zum Beispiel sein Notebook den Geist aufgegeben hat und er ein neues braucht) und dort auf einen ebenfalls unter dem Biowetter leidenden Verkäufer trifft. Da sind natürlich athmosphärische und kliamtische Störungen vorprogrammiert. Dann braut sich in Windeseile was zusammen, ein Gewitter zieht auf, Donnerwetter, Hagel, Blitz und Wolkenbruch. Die Details kann man am folgenden Tag in der BILD-Zeitung nachlesen.

Das Wetter, ich sag´s Ihnen, damit ist nicht zu spaßen.

 

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