Ein Hund im Büro? Wieso nur einer?

Der Deutsche ist ja erst ganz bei sich, wenn er Mitglied in einem Verein ist. Fortgeschrittene Deutsche gründen auch selbst einen. Wie zum Beispiel Markus Beyer. Der Hundetrainer aus Berlin gründete den „Bundeverband Bürohund e.V. Dabei handelt es sich nach eigener Aussage um eine „Interessengemeinschaft, die dem dramatischen Anstieg von psychischen Erkrankungen und Burnout im Arbeitsleben, mithilfe der Eingliederung von Hunden im Büro entgegenwirken will“. Klingt das gut?

"Noch eben die Mail beantworten und dann gehen wir Gassi."

„Noch eben die Mail beantworten und dann gehen wir Gassi.“

Lobbyarbeit ist natürlich eine der wichtigsten Aufgaben des jungen Vereins, gerade jetzt am Anfang. Und hier können Beyer und seine Mitstreiter schon auf ein paar schöne Erfolge verweisen. So veröffentlichte gerade das in Wirtschaftskreisen sehr angesehene Handelsblatt aus Düsseldorf auf seiner Webseite einen netten Artikel unter der vielversprechenden Headline „Burnout-Schutz durch Bürohunde„. Falls Ihnen das Handelsblatt nicht so liegt, finden Sie denselben Artikel auch bei Focus-online („Zum Kopierer und dann Gassi: `Kollege Hund´ im Büro„).

Die Berliner Hundefreunde legen sich mächtig ins Zeug, um den Unternehmen die Vorteile einer eigenen Hundehaltung schmackhaft zu machen. So versprechen sie unter anderem, dass Bürohunde (die übrigens auf Gehaltszahlungen komplett verzichten) die Kosten des Unternehmens senken und den Gewinn steigern. Das hört sich schon mal gut an. Gelingen soll dies vor allem durch gesündere (weniger Krankheitskosten) und motiviertere (höhere Produktivität) Mitarbeiter. Mehr Bewegung ist das Zauberwort. Natürlich gibt es noch immer Vorgesetzte, die der Meinung sind, die Mitarbeiter sollen sich nicht bewegen, sondern arbeiten, aber das ist zu kurz gedacht. Gut, andererseits, wenn es um die Bewegung geht, würde auch ein Rudergerät im Sozialraum reichen.

Leider gibt der Bundesverband Bürohund keine Empfehlung, welche Rassen sich besonders als Kollege eignen. Deshalb hier ein paar Tipps von unseren Experten aus der „Der-Vorgesetze“-Redaktion. Wir können uns vorstellen, dass für den Chef ein Rottweiler in Frage kommt.  Dem ein gemütliches Plätzchen vor der Tür eingerichtet, und schon hat der Chef Ruhe vor aufdringlichen und nervtötenden Mitarbeitern. In der Vertriebsabteilung würde sich die Ansiedlung einiger aufgeweckter Spür- und Jagdhunde wie zum Beispiel Dackel oder Alpenländische Dachsbracke anbieten, um Kunden aufzutreiben und so lange anzubellen, bis sie sich ergeben. Zur Unterstützung am Empfang können wir uns einen stets gut gelaunten Labrador vorstellen, der freudig alle Gäste begrüßt. Für den Wacheinsatz kommt natürlich nur ein Spitz in Frage, denn der Spitz passt auf. Und als Verstärkung für die Personalabteilung drängt sich ein Hütehund wie der heute sehr beliebte Australien Shepherd auf, der die Schäfchen beisammen hält. Doch auch außerhalb des Bürogebäudes sollte man verstärkt über den sinnvollen Einsatz unserer vierbeinigen Freunde nachdenken. Denken Sie zum Beispiel an die Postzusteller (auch als Briefträger bekannt). Ein Bernhardiner zum Beispiel oder ein Berner Sennenhund würden sich sicher freuen, wenn sie beim Tragen der schweren Taschen mit den vielen Briefen behilflich sein könnten.

Wir vom Team „Der Vorgesetzte“ unterstützen natürlich den Vorstoß des Berlin Hundeverbandes. Eine tolle Sache! Ach der  Deutsche Tierschutzbund (übrigens ebenfalls ein Verein!) ist mit seiner Initiative „Kollege Hund“ dabei. Gerne würden wir an dieser Stelle noch viel mehr zu diesem Thema schreiben, aber dazu fehlt momentan die Zeit. Wir müssen jetzt erst mal Gassi gehen. „Auf geht´s, Monty!“

(Autor: Damian Sicking)

 

Kategorien: Allgemein, Humor, Kolumne

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