Das komplizierte Verhältnis zwischen Geld und Leben

Die Kolumne von Damian Sicking

Es ist nicht wirklich überraschend, was Studien herausgefunden haben: Besserverdiener leben länger. Wie schön für sie. Andererseits: Mit dem Leben ist es wie mit vielen anderen Dingen auch: Es kommt nicht auf die Länge an. Gut soll es vor allem sein, oder nicht? Wie sagte der Mediziner und Nobelpreisträger Alexis Carrel doch so schön: „Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben.“

"Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch noch Aktien, Gold und Grundstücke dazu." (Dany Kaye)

Frauen verdienen zwar weniger als Männer, leben dafür aber länger.

Besserverdiener sind ein seltsames Völkchen: Viele von ihnen sind mit ihrem Einkommen nicht zufrieden. Auch das haben Studien ergeben. Motto: Wir verdienen nicht, was wir verdienen (heul). Die Unzufriedenheit ist über die Jahre zudem gewachsen und steigt im Westen schneller an als im Osten, was manch einer sicher nicht vermutet hätte. Männer sind unzufriedener als Frauen, obwohl Frauen ja skandalöserweise noch immer weniger verdienen, ich meine natürlich: bekommen als Männer. Erstaunlicherweise leben Frauen aber trotzdem länger als Männer, was ja mit dem oben Gesagten („Besserverdiener leben länger“) eigentlich nicht so richtig zusammenpasst. Männer verdienen zwar mehr als Frauen, sterben aber trotzdem früher. Vielleicht eine Form von ausgleichender Gerechtigkeit?

Nicht unwichtig in diesem Zusammenhang: Die Unzufriedenheit mit dem Gehalt schlägt sich negativ auf die Gesundheit nieder. Zumindest haben  Forscher herausgefunden, dass Angestellte, die ihr Gehalt nicht in einem angemessenen Verhältnis zu ihrer Arbeitsleistung sehen, mehr krankheitsbedingte Fehltage haben als andere. Im Schnitt fehlen sie 2,5 Tage mehr als Menschen, die kein Problem mit ihrem Gehalt haben. Vermutlicher Krankheitsgrund: Magengeschwür wegen intensiven Sich-Ärgerns. Oder sie haben einfach einen dicken Hals

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