„Chef, mach mich glücklich!“

Die Kolumne von Damian Sicking

„Chefs, macht eure Leute glücklich!“ So lautet die Überschrift eines Artikels auf der Internetseite der Wirtschaftswoche von heute. Autor des Beitrags: Prof. Dr. Karlhein Ruckriegel, Volkswirtschaftler aus Nürnberg.

Jetzt sollen die Vorgesetzten also auch noch für das Glück der Angestellten zuständig sein. Hallo, geht´s nicht eine Nummer kleiner? Glück ist ein großes Wort und ein noch seltenerer Zustand. Reicht es nicht, wenn die Mitarbeiter morgens gerne zur Arbeit kommen und die Firma am Abend mit dem guten Gefühle den Betrieb wieder verlassen, etwas Sinnvolles getan und wieder einmal ihr Geld wert gewesen zu sein? Aber Glück? Wer mit dem Anspruch in die Firma geht, dort sein Glück zu finden, der wird früher oder später enttäuscht werden, meistens früher.

Wie groß ist zum Beispiel die Chance, dass ein Mitarbeiter in einer Großschlachterei oder einem fleischverarbeitenden Betrieb während seiner Arbeit Glück empfindet? Vermutlich eher gering. Das ist für mich immer der Praxistest für solche Sonntagsreden wie die von Prof. Ruckriegel.

Menschen in den Unternehmen müssen anständig behandelt werden, und zwar auf allen Hierarchieebenen und über alle Hierarchieebenen hinweg. Das ist klar. Der Anspruch, in der Firma sein Glück zu finden, ist aber viel zu hoch. Und von den Vorgesetzten zu verlangen, ihre Mitarbeiter glücklich zu machen, ist Unsinn.

 

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