Arbeitgeber muss Urlaubsanspruch gewähren oder Schadensersatz zahlen

Arbeitgeber müssen darauf achten, dass ihre Mitarbeiter Urlaub nehmen können. Tun sie es nicht, müssen sie Schadenersatz leisten – auch der Mitarbeiter gar keinen Urlaub beantragt hatte.

Jeder Arbeitnehmer hat ein Recht auf Urlaub und der Arbeitgeber muss darauf achten, dass er sich dieses auch nimmt, sonst kann es teuer werden. Das zeigt ein aktuelles Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg (Az. 21 Sa 221/14).

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Angestellte haben ein Recht auf Urlaub . oder auf einen finanziellen Ausgleich.

Geklagt hatte der Ex-Mitarbeiter einer Firma, der nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses unter anderem Schadenersatz für nicht erhaltenen Urlaub forderte. Tatsächlich hatte er im Jahr 2012 keinen einzigen Tag Urlaub bekommen – allerdings auch gar nicht beantragt.

Dennoch verurteilte das LAG Berlin-Brandenburg den Arbeitgeber dazu, entsprechenden Schadenersatz zu leisten. Demnach hat nicht nur der Arbeitnehmer das Recht auf Urlaub, sondern der Arbeitgeber zudem die Pflicht, diese Erholungszeit auch zu erteilen. Der Arbeitgeber habe diese Pflicht verletzt und müsse deshalb nun zahlen.

Bisher wurden Arbeitgeber vom Bundesarbeitsgericht allerdings nur zu Schadenersatz verdonnert, wenn sie die Urlaubsanträge nicht gewährt hatten. In diesem Fall befand sich der Arbeitgeber aber nicht schuldhaft in Verzug, da der Mitarbeiter ja gar keinen Urlaub beantragt hatte. Wegen der weitreichenden Bedeutung des Falls wurde die Revision an das Bundesarbeitsgericht zugelassen.

 

 

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